creditshelf magazin
Nº11 | Nov 2020
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Wir erweitern unser Zielsegment

Von: Jan Stechele, Chief Product Officer, creditshelf

Gerade kleinere Unternehmen haben häufig besondere Herausforderungen bei der Fremdkapitalfinanzierung. Die sogenannte Kredithürde, das heißt, der Zugang zu bankenfinanziertem Fremdkapital, steigt seit einigen Quartalen kontinuierlich an und die Schere zwischen Großunternehmen und dem Mittelstand hinsichtlich Zugangsmöglichkeiten zu Krediten vergrößert sich. Dabei ist es in der momentanen Krise besonders für diese Betriebe essentiell, ihre Liquidität zu sichern. Umsatzeinbrüche müssen kompensiert, der Geschäftsbetrieb am Laufen gehalten und die Weiterentwicklung des Unternehmens angegangen werden. Als Partner des Mittelstands hat creditshelf das Problem erkannt und an einer Lösung gearbeitet. Das Ergebnis: Wir können unser Angebot nun einem noch breiteren Spektrum an Unternehmen zugänglich machen.

Laut einer aktuellen statista.com-Auswertung basierend auf Daten der Umsatzsteuerstatistik des Jahres 2018 machen KMU mit Jahresumsätzen zwischen 17.500 und fünf Millionen Euro den größten Anteil der deutschen Unternehmen aus. Allein die Betriebe mit Umsätzen zwischen einer Million und fünf Millionen Euro bilden zusammen eine Anzahl von rund 300.000 Firmen. Dies zeigt anschaulich, welcher Bedarf in diesem Bereich auch in Sachen Finanzierung zu erwarten ist.

Traditionell sind für Unternehmen solcher Größenordnungen die Sparkassen und die Genossenschafts- sowie Regionalbanken zuständig. Diese Geldgeber haben jedoch nicht selten Schwierigkeiten, Lösungen für unternehmerische Themen wie beispielsweise Nachfolge, Wachstum oder den Umgang mit zeitweiligen Flauten zu finden. Den klassischen Banken fällt es oft schwer, das damit einhergehende Risiko einzuschätzen – und es dann auch einzugehen. Deshalb finden viele Projekte, gerade kleinerer KMU, oft lange Zeit kein geeignetes finanzielles Backup. Nicht wenige müssen sogar ganz aufgegeben werden. Eine paradoxe Situation: Oft ist es für Konzerne durch Großbanken und den Kapitalmarkt leichter, an Summen im zweistelligen oder noch höheren Millionenbereich zu gelangen, als für einen Mittelständler an einen Betrag im sechs- oder niedrigen siebenstelligen Bereich.

Corona erfordert Finanzierungs-Upgrade

Die Corona-Krise dürfte die Probleme noch verschärfen. Denn momentan stehen kleinere und regionale Kredithäuser unter massivem Druck: Eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) geht davon aus, dass durch Kreditausfälle infolge der Pandemie bis zu 28 Prozent der hiesigen Banken in ernsthafte Schwierigkeiten geraten könnten. Entsprechend sehen Beobachter hier eine vermehrte Rücklagenbildung und eine nochmals gestiegene Vorsicht bei der Neuvergabe.

Doch wie sollen kleinere Firmen unter diesen Voraussetzungen ihren, zuletzt durch Corona oft noch gestiegenen, Liquiditätsbedarf decken? Wie bleibt die Basis des Wirtschaftsstandorts Deutschland handlungs- und zukunftsfähig? Solche Fragen treiben uns bei creditshelf bereits seit einer Weile um. Gerade in den letzten Monaten hatten sich immer wieder verunsicherte Unternehmer bei uns gemeldet, die mit ihrem bisherigen Finanzierungsansatz nicht mehr weiterkamen. Für sie haben wir nun eine Antwort gefunden. 
creditshelf arrangiert seine Finanzierungslösungen ab sofort auch für Unternehmenskunden mit einem Jahresumsatz ab einer Million Euro. Bisher war für Finanzierungen über unsere Plattform ein Jahresumsatz von mindestens 2,5 Millionen Euro nötig. Mit dem neuen Angebot an den Mittelstand wollen wir wichtige Impulse setzen – für die Handlungsbereitschaft und das Wachstum der Unternehmen, letztlich für die gesamte Wirtschaft.

Nah am Mittelstand entwickelt

Nicht nur die niedrige Einstiegsschwelle prädestiniert unsere Lösung für kleinere Unternehmen. Denn creditshelf unterstützt zudem mit einer unbesicherten Finanzierung, die Kreditnehmer bei ihrer Bank so wohl nicht erhalten würden. Uns ist bewusst, dass die momentane Krise Entschlossenheit und schnelle Entscheidungen verlangt. Deshalb setzen wir auf einen zügigen Prüfprozess. Er gibt den Antragstellern zeitnah eine Information an die Hand, ob eine Anfrage positiv beantwortet werden kann oder nicht. Damit können die Entscheider in den Unternehmen zuverlässig planen und flexibel die nächsten Schritte angehen.

Der entscheidende Wegweiser für unsere Lösungen waren schon immer die Bedürfnisse des Mittelstandes und seiner Akteure, der Unternehmer. Deshalb suchen wir das Gespräch mit ihnen, schauen bei unserer täglichen Arbeit ganz genau, wo es Entscheidern unter den Nägeln brennt und finden darauf die passenden Antworten. So war es auch diesmal: Unsere Experten haben hingehört und hingesehen, strukturiert, entwickelt und programmiert. So konnten wir schließlich unsere Risikoalgorithmen und unsere Plattformtechnologie für den Bedarf von Unternehmen aus dem neuen Umsatzsegment optimieren.

Technologie trifft Kreditfonds

Das Herzstück der creditshelf-Kreditanalyse ist eine eigens entwickelte Technologie. Sie ist in der Lage, aktuelle Unternehmensinformationen aus internen und externen Quellen in die Risikobewertung mit einzubeziehen. Für Unternehmen bedeutet dies vor allem eines: Geschwindigkeit. Gerade in der jetzigen Zeit der Unsicherheit mit ihren erheblichen Schwankungen am Markt, sind Schnelligkeit und Aktualität zu den bestimmenden Faktoren von Finanzierungsprozessen geworden. Stellen uns Unternehmen die benötigten Informationen in digitaler Form bereit, erhalten sie bereits innerhalb von 48 Stunden eine qualifizierte Rückmeldung auf ihre Anfrage.

Wurde einem Unternehmen ein Kredit bewilligt, erfolgt die Bereitstellung der Mittel durch institutionelle Investoren. Sie investieren entweder direkt auf der creditshelf-Plattform oder über unseren creditshelf-Kreditfonds. Der Ankerinvestor ist hier der Europäische Investitionsfonds (EIF). Er nutzt das Investment im Rahmen des Juncker Plans, um kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen. Gerade angesichts der Herausforderungen der COVID-19-Krise ist dies ein wichtiges Signal an viele unter Druck stehende KMU.